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Schüler befragen Unternehmensberater zum Thema Dialog

Dezember 2017

Kiel. Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben im Sommer am bundesweiten Sozialen Tag von Schüler Helfen Leben (SHL) ein solidarisches Zeichen gesetzt. Für einen Tag tauschten die Jugendlichen die Schule gegen einen Arbeitsplatz und spendeten ihren Lohn an SHL. Bei RQP machten sich Hanna (13) und Johannes (11) Tiemann ans Werk, um am Telefon Berater zum Thema Dialogfähigkeit zu befragen. Mit dem von ihnen verdienten Geld wurden Projekte gefördert, die Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung in Südosteuropa und Jordanien unterstützen.



Die jungen RQP-Kollegen vom Sophie-Scholl-Gymnasium in Itzehoe befragten die RQP-Berater Imke Wolf-Doettinchem, Tomas Grimm und Christian Polensky nach ihren Erfahrungen mit den Dialog-Kriterien Augenhöhe, Offenheit, Empathie, Verstehen und Verständnis, Interesse sowie Respekt und Wertschätzung. Eine Zusammenfassung der Antworten lesen Sie hier:

Imke Wolf-Doettinchem:

Respekt und Wertschätzung sind das wichtigste Fundament  einer Beratung. Ohne lässt sich kein Vertrauen aufbauen und  eine Beratung wäre sinnlos. Ich respektiere vor allem das  Wissen der Kunden. Schließlich befinde ich mich nicht in deren  Lage. Wenn man als Berater Verbesserungsvorschläge hat,  muss man dafür Argumente bieten und überzeugen.  Besonders wichtig ist das, wenn man den Kunden als Berater  von einem Vorhaben abbringen möchte, weil man  beispielsweise von vornherein weiß, dass Pläne von  Kreditinstituten nicht akzeptiert werden. Wichtig ist es  darüber hinaus, dass man immer nachfragt, wenn man einen  Kunden nicht versteht und genauso seine eigene Position  sehr verständlich darlegt, etwa ohne Fachbegriffe. Nur wer  sich im Dialog gut versteht, findet schnell passende Lösungen.

Tomas Grimm:

Respekt und Wertschätzung sind auch für mich die   wichtigste Grundlage einer Zusammenarbeit zwischen  Menschen. Wenn Kunden respektlos wären, würde ich die  Beratung abbrechen. Aber wir versuchen schon vorher  abzuklären, ob wir zu einem Kunden passen – auf  gleicher  Ebene.

Auch als Berater darf man nicht den Fehler machen, sich  für intelligenter als die Kunden zu halten. Es kann dabei  sehr wichtig sein, sich sprachlich einfach auszudrücken,  um sein Gegenüber nicht zu klein zu machen. Als  emotionaler Mensch habe ich mit Empathie keine  Schwierigkeit. Daher weiß ich auch, dass Unternehmer  nicht immer logische Entscheidungen treffen.

Natürlich gibt es selbst im Dialog Situationen, in denen  man nicht richtig zusammenkommt. Gegenseitiges  Verständnis ist aber eine ganz wichtige Grundlage, um erfolgreich miteinander zu arbeiten. Dafür ist es notwendig, dass die Chemie stimmt und man sich gegenseitig vertraut.

 

Christian Polensky:

Im Dialog sind die Grundhaltung und Gesprächstechniken wichtig. Hinsichtlich der Grundhaltung muss man sich bewusst sein, dass man nur in einem bestimmten Bereich Spezialist ist und der Unternehmer in einem anderen. Das Bewusstsein, jeder kann etwas beitragen, ist eine gute Basis für Augenhöhe. Hinsichtlich der Gesprächstechniken finde ich es wichtig, Kunden dabei zu unterstützen, Lösungen selbst zu entwickeln. Meine Aufgabe als Berater ist es, im Dialog Wege aufzuzeigen, so dass wir gemeinsam ein Ziel erreichen. Wenn Kunden dabei Fehler machen oder Ideen haben, die aus meiner Perspektive heraus lieber nicht umgesetzt werden sollten, dann sage ich das aber offen und versuche meinen Ansatz zu erklären. Dabei ist es als Berater mein Job drei oder vier Schritte vorauszudenken. Letztendlich entscheidet der Kunde aber selbst.



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