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Kompetenz für Förderberatung: Die norddeutschen Investitions- und Förderbanken

April 2015
Kiel/Hamburg/Hannover. Die Europäische Union, der Bund, aber auch die Bundesländer stellen viel Geld zur Verfügung, um Existenzgründungen zu ermöglichen und Unternehmen bei ihren Investitionen oder Innovationen zu fördern. Auch die Hilfe für strukturschwache Regionen gehört zu den Zielen. Die erste Anlaufstelle, um einen Überblick über die sehr vielseitige Förderlandschaft zu erhalten, sind in Norddeutschland unter anderem die IB.SH (Investitionsbank Schleswig-Holstein), NBank (Niedersachsen) und IFB Hamburg (Hamburg). Der klare Vorteil: Aus einer Hand beraten und fördern die Fachleute umfassend, unabhängig und individuell und sichern dadurch eine hohe Qualität. Unternehmen erhalten weitreichende Erstinformationen, Tipps und Handlungsvorschläge für das weitere Verfahren, bevor RQP-Berater kompetent unterstützen können, dass durch Unternehmensberatungen Fördergelder fließen.

Kompass
Foto: fotolia.com – Olivier Le Moal
Zentrales Förderinstitut des Landes Schleswig-Holstein ist die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die 1991 als Anstalt öffentlichen Rechts gegründete Einrichtung verfügt über eine Bilanzsumme von 18,3 Mrd. Euro und beschäftigt rund 570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Aus einer 1994 gegründeten „Beratungsstelle für ExistenzgründerInnen“ hat sich ein Team von vier Förderlotsen als eine Säule der Wirtschaftsförderung in Schleswig-Holstein entwickelt. Sie sind Bankkaufleute mit weitergehenden Qualifikationen und langjähriger praktischer Erfahrung im Firmenkunden- und Fördergeschäft. Als Berater lotsen sie jährlich mehr als 2.200 Existenzgründungsinteressierte und Unternehmen durch den Förderdschungel – im Kieler „Haus der Wirtschaft“ oder landesweit bei rund 150 Veranstaltungen.ib-sh-foerderbilanz
Die IB.SH-Förderlotsen sind eng eingebunden in ein landesweites Netzwerk zum Beispiel mit anderen Förderinstituten, den Kammern, Wirtschaftsfördergesellschaften und weiteren regionalen Partnern. Sie beraten schleswig-holsteinische Existenzgründer und -gründerInnen sowie Unternehmen und Freiberufler nicht nur zu Fördermöglichkeiten (Zuschüsse, Förderdarlehen, Bürgschaften oder Beteiligungskapital), sondern auch zu Antragswegen und Voraussetzungen, Eigenkapitalanforderungen und Sicherheiten sowie Anforderungen an Gründungs- und Unternehmenskonzepte.
Das Beratungsgespräch ist unentgeltlich und neutral. Neben Unternehmensvertretern und Gründungsinteressierten können sich auch Verbände und Kreditinstitute für ihre Kunden beraten lassen.

Kontakt:
IB.SH Förderlotsen
Tel.: (0431) 9905-3365
Email: foerderlotse@ib-sh.de
www.ib-sh.de/foerderlotse  








IB.SH


„Wir führen Sie durch den Förderdschungel“
Förderlotsin Ulrike Kiehne von der IB.SH im Gespräch mit RQP-Info

Ulrike Kiehne
Ulrike Kiehne (Foto: IB.SH)
RQP-Info: Ihre Dienstleistung wird sehr stark nachgefragt. Gibt es ein Rezept für diesen Erfolg?
Kiehne: Zunächst einmal ist es in unserer vielseitigen Förderlandschaft schwierig und aufwändig, sich als Unternehmen die relevanten Informationen allein herauszufiltern. Dies übernehmen wir für unsere Kunden in einem individuellen persönlichen Gespräch. Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir unsere Beratungsfunktion unabhängig und neutral ausüben: Wir nehmen keine Anträge entgegen, entscheiden auch nicht darüber und wollen auch nichts verkaufen. Wir beraten im Sinne der gründungsinteressierten Person oder des gründungsinteressierten Unternehmers über Programme, Wege, Voraussetzungen und Möglichkeiten und bereiten auf Wunsch auch auf Bankengespräche vor.
RQP-Info: Wie gehen Sie bei Ihrer Beratung vor?
Kiehne: Zunächst erfragen wir, wer wieviel Geld wofür braucht. Es gibt ja viele Anlässe für den Kapitalbedarf: Existenzgründungen oder -festigungen, Betriebsübernahmen, Investitionen, Liquiditätsbedarf, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, Energieeffizienzmaßnahmen, und, und, und. Außerdem brauchen wir Informationen über das jeweilige Vorhaben, den Antragsteller und die Höhe des Kapitalbedarfs. Dann beraten wir den Kunden über die in Frage kommenden Programme – egal ob es sich um Programme der schleswig-holsteinischen Förderinstitute oder um Bundesprogramme handelt. Für Programme auf EU-Ebene arbeiten wir eng mit den Spezialisten aus dem Bereich IB.SH Europa zusammen.
RQP-Info: Sie raten dem Kunden auch manchmal von dem Projekt ab?
Kiehne: Wir versuchen, dem Kunden in der Beratung die Bankerbrille aufzusetzen und kritische Punkte aufzuzeigen. Was ist beispielsweise, wenn die Planumsätze nicht nachvollziehbar oder die Kapitaldienstfähigkeit oder Antragsvoraussetzung nicht gegeben ist? Was ist, wenn er nicht genügend Eigenmittel mitbringen kann, Negativmerkmale bei der Schufa hat oder nicht über die erforderliche Qualifikation verfügt. Alles kann ganz offen besprochen werden. Am Ende bleibt es aber seine Entscheidung, was er mit den Informationen anfängt und welchen Weg er geht.
RQP-Info: Nun tummeln sich viele Akteure auf diesem Beratungsfeld …
Kiehne: …mit denen wir in der Regel sehr eng kooperieren, beispielsweise mit RQP, den Kammern und Wirtschaftsfördergesellschaften. Wir arbeiten aber auch sehr eng mit anderen schleswig-holsteinischen Förderinstitutionen zusammen, etwa der Bürgschaftsbank, der MBG und der WTSH.
RQP-Info: Was empfehlen Sie Unternehmen und Gründungsinteressierten?
Kiehne: Vorbereitung ist alles! Je besser Unternehmen und Gründungsinteressierte ihr Vorhaben beschreiben können, desto gezielter können wir hier unsere Förderempfehlung aussprechen.
RQP-Info: Frau Kiehne, vielen Dank für das Gespräch.


IFB Hamburg FoerderbilanzIn Hamburg bietet die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) Orientierung in Förder-fragen. Die IFB wurde 1953 als Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt gegründet. 2013 erhielt das Förderinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen einer Aufgabenerweiterung ihren heutigen Namen. Die Anstalt öffentlichen Rechts ist vollständig im Besitz der Stadt Hamburg, verfügt über eine Bilanzsumme von rund 4,8 Mrd. Euro und beschäftigt rund 230 Mitarbeiter Stand 2013. Im staatlichen Auftrag werden Vorhaben durch die Gewährung von Darlehen oder Zuschüssen, Beteiligungen sowie die Übernahme von Sicherheitsleistungen gefördert.

Mitte 2013 hat auch das IFB Beratungscenter Wirtschaft seinen Betrieb aufgenommen: Die Beratung zu bestehenden Förderangeboten wurde hier in einer zentralen Anlaufstelle für Förderfragen gebündelt, Prozesse vereinfacht und mit kompetenten Personal und vielen Kooperationen die Effizienz sowie Effek-tivität der Förderung erhöht.

Im Beratungscenter Wirtschaft führen Förderlotsen Unternehmer und Existenzgründer unabhängig, indi-viduell und umfassend durch die Förderlandschaft. In den Bereichen Wirtschaft, Innovation und Umwelt bieten sie nicht nur Informationen und Beratung zu den Förderprogrammen der IFB Hamburg, sondern auch zu anderen Landes- oder Bundesprogrammen. Als Partner des Enterprise Europe Network (EEN) bietet das Beratungscenter Wirtschaft eine besondere Kompetenz in den EU-Förderthemen. Dienstleistungen des IFB BeratungscenterDas EEN ist mit Vertretungen in mehr als 50 Ländern das größte europäische Netzwerk von Informations- und Bera-tungsstellen für kleine und mittelständische Unternehmen. Hamburger Existenzgründer, Unternehmen und Freiberufler werden auf der Suche nach Fördermöglichkeiten unter anderem für die Themen Existenzgründungen, Betriebsübernahme, Investitionen und Wachstum, Forschung, Entwicklung und Innovation, Umweltschutzmaßnahmen und außenwirtschaftliche Aktivitäten beraten.

Innovationsberatung bietet darüber hinaus die Innovationsagentur der IFB HH. Jedes Hamburger Unternehmen und jeder Hamburger Existenzgründer kann hier seine Projektidee einreichen und auf Förderfähigkeit prüfen lassen, damit aus innovativen Ideen erfolgreiche Produkte werden. Für Umwelt- und Energiefragen von Unternehmen und entsprechende Fördermöglichkeiten stehen ebenfalls Fachberater der Förderbank zur Verfügung.

Kontakt:
IFB-Förderlotsen
Beratungscenter Wirtschaft
Tel.: (040) 24846-511 oder -533
foerderlotsen@ifbhh.de
www.ifbhh.de/beratungscenter/ifb-beratungscenter-wirtschaft

IFB Hamburg


Ansprechpartner in Niedersachsen für Förderprogramme ist die Investitions- und Förderbank Nieder-sachsen (NBank). Sie wurde 2004 gegründet und gehört zu 100 Prozent dem Land Niedersachsen. Derzeit beschäftigt sie etwa 400 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von 5,8 Mrd. Euro aus. NBankDer verantwortliche Kompetenzbereich heißt „Beratung und Dienstleistungen“. Er ist in zwei regionale Teams aufgeteilt, die sich auf fünf Beratungsstellen verteilen: Neben dem Hauptsitz in Hannover sind dies Braunschweig, Oldenburg, Lüneburg und Osnabrück.

Die Berater bieten umfassende und wettbewerbsneutrale Beratungen, helfen kleinen und mittleren Unternehmen mit einem allgemeinen Check der Unternehmenslage und bereiten Gespräche mit der Hausbank vor. Dabei wird auch auf das enge internationale Netzwerk zurückgegriffen. Denn der niedersächsische Mittelstand ist weltweit präsent – in Branchen wie Mobilität, Energie, Gesundheit, Werkstoffe, Maschinenbau. Über das in die NBank integrierte Enterprise Europe Network (EEN) werden Unternehmen europaweit vernetzt und an Erfolg versprechende Kooperationen vermittelt.
NBank FörderbilanzUm Unternehmen in Niedersachsen künftig noch besser unterstützen zu können, hat die NBank gerade eine Akquisitionsoffensive für EU-Gelder gestartet. Dafür wurde mit Dr. Heinrich Kopp ein erfahrener Mitarbeiter eingestellt, der zuvor die Interessen Sachsens in Brüssel vertreten hat. Dr. Klopp soll direkt EU-Mittel für niedersächsische Unternehmen akquirieren. Zum Beispiel stehen in der laufenden Förderperiode im Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ neben Wissenschaftsexzellenz mit ca. 24 Milliarden Euro weitere 17 Milliarden Euro für die führende Rolle der Industrie zur Verfügung. Diese Mittel sollen noch stärker nach Niedersachsen geholt werden.

Kontakt:
NBank Niedersachsen
Beratung und Dienstleistungen
Tel.: (0511) 30031-333 
Email: beratung@nbank.de
www.nbank.de/Foerderberatung


NBank

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