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Nachfolgeregelungen im Unternehmen rechtzeitig anpacken

Juni 2014
RQP-Berater Jan Eutert unterstützt erfolgreich Generationswechsel bei der Erich Werkmeister GmbH & Co. KG

Henstedt-Ulzburg/Hamburg. Die Erich Werkmeister GmbH & Co. KG ist eine Manufaktur für hochwertige Matratzen und Schlafsysteme aus Henstedt-Ulzburg. Mitte des vorigen Jahrhunderts von Erich Werkmeister gegründet, stand in den 80er Jahren ein erster Generationswechsel an. Neuer Firmeninhaber wurde Uwe Saenger. 25 Jahre später kam die Nachfolgeregelung erneut auf die Unternehmensagenda. Und obwohl sich Firmenchef Saenger rechtzeitig um einen neuen Inhaber bemüht hatte, erschien die Nachfolge zunächst viel komplizierter als erwartet. Jan Eutert, RQP-Berater von TG-International aus Hamburg, gelang es schließlich, den gordischen Knoten zu zerschlagen. Mit seinem Team beschäftigte er sich eingehend mit der Zukunftsfähigkeit von Markt, Wettbewerb und Produkten des Unternehmens, analysierte, ob die künftigen Eigner den Management-Anforderungen gerecht werden und erstellte ein Generationsnachfolgekonzept. Mit Erfolg, denn die beteiligten Kreditinstitute gaben schließlich grünes Licht für eine Übernahme. Heute lenken Michael Sailer, Jens Anweiler und Claus Brandtner als geschäftsführende Gesellschafter erfolgreich die Geschicke des Matratzen-Spezialisten

Michael SailerMichael Sailer arbeitet schon seit 20 Jahren in der Matratzenbranche, zuletzt bei einem Schweizer Unternehmen. Groß war daher die Freude, als Werkmeister-Firmenchef Uwe Saenger ihm beim Bewerbungsgespräch im Jahre 2008 die mögliche Übernahme des Unternehmens avisierte. „Das war natürlich sehr verlockend damals“, erinnert sich der gebürtige Saarländer. Ein erster Anlauf sei dann an den Banken gescheitert. Daraufhin habe er sich mit den heutigen Mitgesellschaftern und Branchenkennern Jens Anweiler und Claus Brandtner zusammengesetzt. „Wir sind eigentlich alles clevere Burschen, haben aber schnell gemerkt, dass wir ohne professionelle Hilfe nicht weiterkommen. Das Thema Nachfolge ist einfach zu komplex. Eigentlich ist es gar kein Wunder, dass so viele Generationswechsel scheitern.

Schließlich kam der Tipp von der Bank, sich an RQP zu wenden, um mit Hilfe eines Beraters die Anforderungen aller Kreditinstitute unter einen Hut zu bringen.

RQP vermittelte Jan Eutert, der das Unternehmen analysierte, bei Gesprächen mit der Bank dabei war, den Businessplan gestaltete und sich sogar aktiv in die Preisverhandlungen zwischen dem Altunternehmer und den neuen Eignern einmischte.

Ende gut – alles gut: Der Verkauf ging innerhalb weniger Monate über die Bühne. Michael Sailer: „Es ist vielleicht etwas Lobhudelei, aber es war ein absoluter Glücksgriff, dass wir RQP, Jan Eutert und sein Team mit ins Boot geholt haben.“ Bei einer Firmenübernahme komme man ohne professionelle Hilfe nicht aus und ein Steuerberater reiche da schon längst nicht mehr. „Besonders toll ist, wenn man dann jemanden hat, der sich mit dem Projekt identifiziert und nicht nur auf eine gute Berater Mark aus ist.

Michael Sailer und seine Geschäftsführerkollegen haben daher beschlossen, TG-International weiter als Wegbegleiter an ihre Seite zu nehmen.

Vertragsänderungen, regelmäßige Reportings für die Banken oder einfach nur im Standby-Modus für alle kaufmännischen Fragen zur Verfügung stehen – manchmal hält eine Beraterbeziehung ein Unternehmerleben lang.

Wie lang so ein Unternehmerleben dauert, darüber hat sich Michael Sailer auch schon Gedanken gemacht. „Unsere Vision ist, den Betrieb zwischen 15 und 18 Jahre lang zu begleiten. Dann hoffen wir natürlich, dass die Kinder unserer Familien unseren Platz einnehmen. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir spätestens in zehn Jahren wieder über die Thematik nachdenken“, ist der 48-Jährige fest überzeugt.

„Wir bauen keine Luftschlösser"
Jan Eutert
Wie unterstützt RQP-Berater Jan Eutert mit seinem Team mittelständische Unternehmen bei ihren Nachfolgeproblemen? RQP-Info im Gespräch mit dem Lösungsentwickler aus Hamburg.

RQP Info: Wie gehen Sie an den Generationswechsel eines Unternehmens heran?

Eutert:
Wir analysieren zunächst die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und der Produkte, zum Beispiel was den Markt oder den Wettbewerb betrifft. Wir beschäftigen uns aber auch mit der Qualität der zukünftigen Unternehmer und prüfen, ob sie die Management-Anforderungen erfüllen können. Im Prinzip machen wir das gesamte Generationsnachfolgekonzept, das den Kreditinstituten vorgestellt wird. Je professioneller Sie so einen Prozess angehen, desto erfolgsversprechender wird die Umsetzung.

RQP Info: Also geht es in erster Linie darum, die Banken zu überzeugen?

Eutert: Nein, von unserer Analyse profitieren alle Beteiligten, denn wir bauen keine Luftschlösser. Der Käufer bekommt zunächst einmal Klarheit, was er da eigentlich kauft und welche Chancen und Risiken sich ergeben. Ferner prüfen wir, ob eine Finanzierung realistisch ist und bauen dann den Businessplan so auf, dass er tatsächlich eine Finanzierung bekommt. Der Verkäufer profitiert ebenfalls, denn er kann den Verkaufsprozess erfolgreich zu Ende führen und dann meistens seinen wohlverdienten Lebensabend genießen.

RQP Info: Allerdings spielen bei einer Firmenübergabe nicht nur Zahlen und Fakten eine Rolle, sondern auch Emotionen, oder?

Eutert: In ganz großem Ausmaß sogar, denn viele Unternehmer mögen ihr „Baby“ nach Jahrzehnten nur ungern loslassen und haben Angst, es in falsche Hände abzugeben. Das war bei Erich Werkmeister zum Glück anders. Herr Sailer war als Erwerbsinteressent schon lange als Vertriebsleiter tätig. Insofern mussten da keine Berührungsängste abgebaut werden. Vielmehr ging es darum, den Wert des Unternehmens kritisch zu hinterfragen und das gesamte Konzept so aufzubauen, dass es für Finanzierungspartner finanzierungsfähig ist. Hier hat der Alteigentümer am Ende große Zugeständnisse gemacht. Das war wirklich klasse.

RQP Info:
Das ist wahrscheinlich nicht immer so…

 „Je früher die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachfolge erfolgt, desto besser Schließlich kann eine gute Lösung Jahre in Anspruch nehmen.

Jan Eutert
TG-International, Hamburg
Eutert: …überhaupt nicht. Dabei ist es so wichtig, dass man als scheidender Unternehmer nicht ausschließlich aufs Geld achtet. Hier bestehen oftmals völlig falsche Vorstellungen, so dass man erst einmal zu einer realistischen Bewertung kommen muss. Wer den Chefsessel räumt, sollte Wert darauf legen, dass ein Unternehmen, mit dem man jahrelang gut gelebt hat, so gestaltet wird, dass der Nachfolger eine echte Chance hat, am Markt weiterhin erfolgreich tätig zu sein. Ich halte es auch gegenüber ehemaligen Mitarbeitern für eine Verpflichtung, den Kaufpreis nicht so hochzujubeln, dass der Übernehmer scheitern muss. Bei Erich Werkmeister hat das letztendlich sehr gut funktioniert.

RQP Info: Viele Firmeninhaber starten mit der Nachfolgesuche viel zu spät. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Eutert: Prinzipiell rate ich jedem, spätestens mit 60 die Nachfolge entweder schon geregelt zu haben oder das Thema intensiv anzugehen. Je früher die Auseinandersetzung mit dem Generationswechsel erfolgt, desto besser. Schließlich kann eine gute Lösung Jahre in Anspruch nehmen.

RQP Info:Herr Eutert, vielen Dank für das Gespräch!
RQP-Beraterprofil:

Jan Eutert (TG-International Treuhandgesellschaft für Beratung und Management mbH)
Wir beraten Sie nicht nur, sondern entwickeln Lösungen für Ihren Erfolg!“, lautet der Beratungsansatz des RQP-Beraters Jan Eutert. Dafür hat der Hamburger im Verlaufe seines Werdegangs viele Erfahrungen gesammelt. Nach dem Abitur startete er mit einer Banklehre, studierte Wirtschaft in Hamburg und baute schließlich ein Logistik-Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern auf. 1998 wurde er Geschäftsführer bei der Treuhand AG. Seine Aufgabe dort: Unternehmen im Insolvenzverfahren so zu strukturieren und zu organisieren, dass sie wieder zukunfts- und wettbewerbsfähig sind. Ab dem Jahr 2000 baute er dann die TG-International auf, damals als eine Tochtergesellschaft der Treuhand AG. Lag der Beratungsschwerpunkt zunächst nur bei der Restrukturierung, befassen sich die Experten von TG-International heute mit der ganzen Bandbreite der Unternehmensberatung von der Analyse bis zur Organisationsentwicklung. Jan Eutert selbst sieht sich dabei als Generalist mit den Schwerpunkten Restrukturierung – und eben Generationswechsel.

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