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Augenblick mal

März 2014
von Christiane Tiemann, Tanja Werner

RQP Info: Ausgabe 01/März 2014

Liebe Leserinnen und Leser der RQP Info,erfolgreiches unternehmerisches Handeln war in der Vergangenheit und ist heute mehr denn je wertege-prägt. Eine kluge Unternehmenspolitik hat immer schon die Pflege und Weiterentwicklung der Unterneh-mensidentität und -kultur umfasst. Dazu gehört ein dauerhaft gutes Ansehen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnern und darüber hinaus einer breiten Öffentlichkeit. Für mich als international agierender Reeder zählt insbesondere die Maxime des „Ehrbaren Kaufmanns“ als Leitbild meines unter-nehmerischen Handelns.

Peter KrämerNiemandem nützt das aktuell bestehende Misstrauen in Ehrlichkeit und Kompetenz wirtschaftlicher und politischer Eliten. Wir alle müssen ein elementares Interesse an der Stabilisierung sowie der Weiterent-wicklung der sozialen Marktwirtschaft haben. Nur eine Gesellschaft, ein demokratischer Staat, der Rechtssicherheit, Partizipation und sozialen Frieden garantiert, bietet den Rahmen für langfristig erfolg-reiches wirtschaftliches Agieren!

Im Reedereigeschäft mit seiner seit langem gelebten Tradition und einer weltweit übersichtlichen Unter-nehmens-Community ist Vertrauen ein maßgeblicher Faktor, der existenzerhaltend wirkt. Sie können ohne dieses Grundvertrauen weder Schiffe kaufen noch verkaufen geschweige denn vermieten. Die han-delnden Personen, Käufer, Verkäufer, Makler, kennen sich, man begegnet sich immer wieder, mangelnde Seriosität spricht sich schnell herum und führt zur Ausgrenzung.

Langjährig errungene Kompetenz, Partnerschaften und das Vertrauen in innovative Lösungsansätze ha-ben meine Unternehmensgruppe stabil gehalten. Selbst Kunden, die sich zeitweilig auf vermeintlich preisgünstigere Mitbewerber einließen, sind zurückgekehrt, weil sie gelernt haben, dass Lösungskompe-tenz und Seriosität für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit wichtiger sind als kurzfristige Kosten-vorteile.

Peter Krämer und Nelson MandelaIch begann mit Zustimmung meiner Mitgesellschafter vor ca. zwölf Jahren mein öffentliches soziales Engagement. Besonders die immer wieder aufkeimenden Konflikte in Afrika mit all ihren Folgen und die mangelnden Perspektiven junger Leute dort motivierten mich zu konkretem Handeln. 2004 kam es zu dem ersten persönlichen Treffen zwischen Nelson Mandela und mir. Wir verabredeten die Gründung des gemeinsamen Projektes „Schools for Africa“ in einer Partnerschaft zwischen der Peter Krämer Stiftung, der Nelson Mandela Foundation und UNICEF International. Mittlerweile hat sich dieses Projekt zur erfolg-reichsten privaten Initiative im Bildungsbereich weltweit entwickelt.Über 170 Millionen US-Dollar wurden seitdem gesammelt und in Grundschulprojekte in 13 afrikanischen Ländern umgesetzt. Über 100.000 Lehrerinnen und Lehrer wurden weitergebildet, ca. 1.400 meist kleine Grundschulen auf dem Lande gebaut oder in Bürgerkriegsregionen rekonstruiert. Das Projekt brachte mehr als drei Millionen Jungen und Mädchen eine deutliche Verbesserung ihrer Schulsituation bzw. überhaupt erst eine Chance, eine Grundbildung zu erlangen.

Für mich ist „Schulen für Afrika“ meine bisher wichtigste und befriedigendste Lebensleistung. Ich kann alle erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmer nur ermutigen, vergleichbare humanitäre Initiativen zu unterstützen. Es zahlt sich in jedem Falle aus!

Peter Krämer


Profil:
Peter J. Krämer wurde am 2. Dezember 1950 in Salzburg (Österreich) geboren. Seit 1982 ist der studierte Jurist Geschäftsführer der familieneigenen Schifffahrtsunternehmen Marine Service GmbH und Chemikalien Seetransport GmbH sowie seit 1986 alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Marine Service Firmengruppe. 2004 gründete Krämer die „Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts“. Im selben Jahr stellte er gemeinsam mit UNICEF International und der Nelson-Mandela-Stiftung in Kapstadt die Kampagne „Schulen für Afrika“ vor, für die er selbst 1 Million US-Dollar spendete. Zum Start der Kampagne „Schulen für Afrika“ in Deutschland im folgenden Jahr versprach der Hamburger Reeder bei einer Pressekonferenz mit Eva Köhler, Ehefrau des Bundespräsidenten, alle deutschen Spenden bis zu einem Betrag von 3 Millionen Euro zu verdoppeln. Die Aktion brachte insgesamt rund 7,6 Millionen Euro. Peter J. Krämer wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande (2006), den Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management e. V. (2007) sowie den „Pro Humanitate“-Preis der Europäischen Kulturstiftung „Pro Europa“ (2009).
Peter krämer Stiftung

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