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Prozesseffizienz um mehr als 40 Prozent gesteigert

Juni 2018

Während viele kleinere Betriebe den Sinn innovativer digitaler Technik noch hinterfragen, stellt sich den Großen diese Frage kaum noch. Sie bleiben nur wett-bewerbsfähig, wenn sie die Digi-talisierungspotenziale umfänglich nutzen, Menschen mit Maschinen, aber auch Maschinen unterei-nander kommunizieren und so alle Effizienzpotenziale ausschöpfen. Für alle ist es jedoch sinnvoll, sich erst einmal von Ex-perten beraten zu lassen, in welchen Bereichen die Digitalisierung in ihr Unternehmen Einzug erhalten soll. RQP-Berater Christian Grotebrune ist Partner der Managementberatung UNITY, die sich insbesondere auf die Themen Innovation und Digitale Transformation spezialisiert hat. Sie berät sowohl Konzerne als auch Familienunternehmen und den klassischen Mittelstand. Bei dem Unternehmen Voith Turbo hat die Managementberatung Digitalisierungsmöglichkeiten unter die Lupe genommen – und beachtliche Ergebnisse erzielt.


Das weltweit agierende Technologieunternehmen Voith GmbH & Co. KGaA ist seit der Gründung im Jahre 1867 zu 100 Prozent im Familienbesitz. Allerdings ist der Her-steller für innovative Antriebs- und Bremssysteme mit mehr als 19.000 Mitarbeitern an über 60 Standorten der Welt und 4,2 Milliarden Euro Umsatz eines der größten Familienunternehmen Europas. Langfristig hat der Kon-zern ein Ziel im Fokus: die Umsetzung einer computergestützten Herstellung – von der Konstruktion des Pro-dukts über die Programmierung der Maschinen bis hin zur Fertigung. UNITY hat die Unternehmenssparte Voith Turbo dabei unterstützt, eine moderne IT-Infrastruktur zu erarbeiten, die durch umfassende Digitalisierung der ge-samten Prozesse eine zukunftsorientierte Produktion ermöglicht.


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Eine weitere Revolution in der Fertigung: Industrie 4.0

In der Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Nach Dampfmaschine, Fließband, Elektronik und IT bestimmen nun intelligente Fabri-ken die vierte industrielle Revolution. Technische Grundlage hierfür sind intelli-gente, digital vernetzte Systeme: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren direkt miteinander. Sogar zwischen verschiedenen Unternehmen werden Produktions- und Logistikprozesse intelli-gent miteinander verzahnt, um die Pro-duktion noch effizienter und flexibler zu gestalten. Das Ergebnis: Die Wirtschaftlichkeit der Produktion wird gesteigert, die Flexibilität der Produktion erhöht und somit die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.
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„Zunächst sind dafür die Ist-Prozesse sowie die unter-stützenden Systeme analysiert und bewertet worden“, erläutert Professor Dr. Heiko Seif, Senior Manager bei UNITY. Auf Basis einer Marktanalyse, der Bewertung und des Vergleichs von Lösungsszenarien hat UNITY dann eine zukunftsfähige und nachvollziehbare Hand-lungsempfehlung für die Etablierung des Industrie-4.0-Projekts abgeleitet. „Ziel war es, mit Hilfe der Digitalisierung unsere Fertigungsprozesse zu optimieren“, ergänzt Dietmar Schmid, Head of Business Partners bei Voith Turbo. „Im Industrie 4.0-Readiness Check mit UNITY haben wir insbesondere von der hohen Digitalisierungsexpertise der Berater und ihrer strukturierten Vorgehensweise profitiert.“

Dabei wurde unter anderem durch eine nahtlose Verschmelzung von computergestützten Planungs- und Simulationsprozessen (CAD/CAM), mit der Produktion realer Güter, höchste Qualität ange-strebt. Entlang dieser Prozesskette erlaubt die zu-sätzliche vertikale Integration von Fertigungsma-nagementsystemen (MES) und Ressourcen-Planungssystemen (ERP) eine Echtzeitsteuerung der Produktion und die nahtlose Anbindung von Kunden und Zulieferern. „Der Erfolg unserer Digitalisierungsprojekte ist klar messbar. Das zeigt auch das Beispielpro-jekt bei Voith Turbo“ erklärt Christian Grotebrune. „In enger Zusammenarbeit mit dem Kun-den haben wir eine Verdopplung des Service-Geschäfts und mehr Flexibilität bei der Kapazitätsbelegung der Maschinen erreicht. Vor allem aber ist die Prozesseffizienz um mehr als 40 Prozent gestiegen.“

 

Keine Angst vor der Digitalisierung von Prozessen in kleinen und mittleren Unternehmen

RQP-Info sprach mit RQP-Berater Christian Grotebrune und Professor Dr. Heiko Seif über die Digitalisie-rung im produzierenden Gewerbe. Die Angst vieler traditionsorientier-ter Betriebe, sich die Digitalisierung nicht leisten zu können, sei grund-los, so Grotebrune. Es gebe pfiffige Low-Cost-Lösungen, die einen erheblichen Effekt ermöglichen.

RQP-Info: Warum ist es oft wichtig, in die Digitalisierung der Fertigung zu investieren?
Seif: Mit einer digitalisierten Fertigung kann man viel schneller auf Marktänderungen reagieren. Jedoch hilft Digitalisierung alleine nicht. Auch Betriebsmittel müssen flexibler und schnelle Umrüstungen möglich werden, um immer kleinere Losgrößen und sich ändernde Aufträge profitabel abbilden zu können.
RQP-Info: Welche Vorteile gibt es noch?
Seif: Informationen werden über den gesamten Lebenszyklus von Produkten zugänglich. Wenn Produktionsschritte digital dokumentiert und Produkten stets zugeordnet werden können, erleichtert das nicht nur die Qualitätssicherung, sondern auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
RQP-Info: Das mag ja für Konzerne gelten, aber lässt sich das auch auf kleine und mittel-ständische Unternehmen übertragen?
Grotebrune: Dazu gibt es interessante Ansätze. Man kann beispielsweise in der Fertigung über Low-Cost-Lösungen Daten generieren und diese mit der Ressourcen-Planung kleiner und mittelständischer Unternehmen koppeln. Dadurch erhält man bei deutlich geringerer Investition einen ähnlich hohen Umfang an Digitalisierung und Datendurchgängigkeit wie bei Großunternehmen. In einem unserer Forschungsprojekte, Inlumia – Industrie 4.0, verfolgen wir genau das Ziel, die Leistung von kleinen und mittelständischen Unternehmen durch Industrie 4.0 zu steigern.
RQP-Info: Sie sprechen von Low-Cost-Lösungen: Also ist die Digitalisierung nicht unbedingt mit hohen Kosten verbunden?
Seif: Das ist richtig. Digitalisierungsprojekte sind in Großunternehmen mit umfangreichen Investitionen verbunden, weil meist Altsysteme abgelöst werden. In kleinen und mittelständi-schen Unternehmen sind solche Projekte noch spärlich, da man Angst hat, sich die Digitali-sierung nicht leisten zu können. Doch es gibt pfiffige Lösungen, die mit wenig Aufwand einen erheblichen Effekt ermöglichen, ohne vorhandene Systeme großartig anzupassen.

RQP-Beraterprofil

RQP-Berater Christian Grotebrune ist Partner der Managementberatung UNITY. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Beratungserfahrung, insbesondere zu den Themen Unternehmens- und Personalführung, Restrukturierung und betriebswirtschaftlicher Beratung. Zuvor hat er über zwölf Jahre als Geschäftsführer mittelständische Dienstleistungsunternehmen entwi-ckelt und so profunde Kenntnisse in der Unternehmensführung gesammelt. Bei UNITY ver-antwortet er seit 2009 das Geschäftsfeld „Familienunternehmen und Mittelstand“ und hat sich intensiv mit der Thematik „Industrie 4.0“ in diesen Unternehmen beschäftigt.

UNITY ist eine Managementberatung für Innovation und Digitale Transformation. Dabei profi-tieren nicht nur Global Player als Kunden von den ausgeprägten Kompetenzen und mehr als 20 Jahren Digitalisierungserfahrung bei UNITY, sondern auch mittelständische Unterneh-men. Insgesamt führen rund 250 Mitarbeiter an weltweit 14 Standorten rund um den Globus Kundenprojekte durch. UNITY wurde mehrfach für exzellente Projek-tarbeit sowie als herausragender Arbeitgeber ausgezeichnet – unter anderem mit dem „Best of Consulting“-Award der Wirtschaftswoche und dem „Top Arbeitgeber Mittelstand 2018“ des Focus.

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