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Liebe Leserinnen und Leser der RQP-Info,

April 2015
von den rund 128.000 Unternehmen in Schleswig-Holstein sind über 99 Prozent kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Im Mittelstand arbeiten über 675.000 Menschen, das sind mehr als drei Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schleswig-Holstein. Der Mittel-stand stellt das Rückgrat der schleswig-holsteinischen Wirtschaft dar. Allein im Handwerk werden in rund 31.000 Betrieben ca. 159.000 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Umsatz von rund 16,6 Milliarden Euro erwirtschaften. Das Land unterstützt ansässige Firmen sowie Unternehmen, die sich in Schleswig-Holstein ansiedeln wollen, bei Investitions- und Innovationsvorhaben und trägt zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Bei erkennbaren Perspektiven und wirtschaftlich tragfähigen Konzepten stehen für Unternehmensfinanzierungen eine breite Palette von Instrumenten, die auf Darlehen, Bürgschaften und Beteiligungen basieren, sowie verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Reinhard Meyer
Reinhard Meyer (Foto: Land Schleswig-Holstein)
Maßgebliches Ziel der Investitionsförderung ist die Unterstützung von Unternehmen, um sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern. Die Zuschüsse werden in erster Linie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in strukturschwachen Gebieten des Landes gewährt. Die Höhe der jeweiligen Zuschüsse hängt vom Einzelfall ab, in dessen Bewertung eine Vielzahl von Faktoren (z.B. Unternehmensgröße, Lage der Betriebsstätte) einfließt. Mit der Innovationsförderung unterstützt das Land Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Schleswig-Holstein bei innovativen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, bei Prozess- und Organisationsinnovationen und bei der Einstellung von Hochschulabsolventen, um den Wissenstransfer zu sichern.
Neben den Fördermöglichkeiten bietet das Land Finanzierungsinstrumente an, die insbesondere auf die Bedürfnisse von KMU zugeschnitten sind. Alle Finanzierungsinstrumente zielen auf die Erhöhung der Wertschöpfung, wirtschaftliches Wachstum, Innovation und positive Beschäftigungseffekte. Die drei Finanzierungsinstitute des Landes setzen die verschiedenen Finanzierungsprogramme um. So gewährt die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) bei Finanzierungslücken Darlehen, die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH (BB-SH) bietet bei fehlenden Sicherheiten Bürgschaften oder Garantien an und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein GmbH (MBG) hilft bei fehlendem Eigenkapital mit Beteiligungskapital.
Im März 2015 hat das Land zusammen mit der IB.SH und der MBG einen Beteiligungsfonds für KMU mit einem Volumen von 44 Millionen Euro aufgelegt, der zur Hälfte aus Mitteln des operationellen Programms EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und zu weiteren Teilen von der IB.SH und der MBG finanziert wird. Der Fonds kommt ohne Haushaltsmittel des Landes aus und von den 22 Millionen Euro eingesetzten EFRE-Mitteln werden etwa 16 bis 17 Millionen Euro nach Liquidation des Fonds erhalten bleiben und wieder für wirtschaftsfördernde Zwecke zur Verfügung stehen. Im Sommer 2015 wird darüber hinaus der Seed- und Start-up-Fonds mit besonderem Fokus auf Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen starten. Er umfasst ein Beteiligungsvolumen von 12 Millionen Euro.
Mit der Kombination von Zuschüssen und revolvierenden Finanzierungen unterstützen die Förderinstitute des Landes insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sehr erfolgreich. Im Jahr 2014 haben sich 147 Unternehmen für den Aufbau eines neuen Standortes in Schleswig-Holstein entschieden und 1728 Arbeitsplätze neu geschaffen.
Das Land Schleswig-Holstein wird mittelständische Unternehmen auch weiterhin unterstützen und dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sicher, die Wertschöpfung zu erhöhen und Innovationen „Made in Schleswig-Holstein“ zu generieren. Im echten Norden!
 
Herzliche Grüße
 
Ihr

Reinhard Meyer
Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie
des Landes Schleswig-Holstein
 

Profil:
Reinhard Meyer ist seit Juni 2012 Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein. Der Diplom-Politologe mit Verwaltungswissenschaftlichem Aufbaustudium wurde 1959 geboren. Seine berufliche Karriere hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter begonnen, dann Verwaltungslaufbahn in Mecklenburg-Vorpommern mit verschiedenen Leitungspositionen. Von 2001 bis 2005 war Meyer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern, anschließend bis 2012 Chef der dortigen Staatskanzlei.

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