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Familienunternehmen auf der Erfolgsspur - Spedition Wolfgang Matthiessen aus Gaushorn

Dezember 2014
RQP Info: Ausgabe 04/Dezember 2014

Gaushorn.
Marion Matthießen-Voß sagt von sich selbst, dass sie das Speditionsgeschäft „gewissermaßen mit der Muttermilch aufgenommen“ hat. Schon als 10-jährige packte sie Anfang der 1970er Jahre im frisch gegründeten Familienbetrieb ihres Vaters, der Spedition Wolfgang Matthiessen, tatkräftig mit an. „Wir haben damals viel Gemüse gefahren und wir Kinder mussten an Wochenenden beim Umladen auf den LKW helfen“, erinnert sich die Dithmarscherin, die das Unternehmen heute gemeinsam mit ihrer Schwester Maike Matthießen-Arens führt. „Für mich stand schon damals fest: Ich werde Speditionskauffrau.“

Familienunternehmerin Marion Matthießen-Voß
Familienunternehmerin Marion Matthießen-Voß
(Foto: privat)
Aus dem kleinen Unternehmen mit einem LKW in Heide ist ein namhafter Spediteur mit 50 Fahrzeugen und 70 Beschäftigten geworden, der insbesondere Baustoffe, Papier und Druckerzeugnisse, aber auch immer noch Gemüse und Lebensmittel über Deutschlands Straßen transportiert. Hauptsitz ist heute Gaushorn. Einen weiteren Standort gibt es in Schwerin.

 
Mit dem richtigen Händchen für Marktnischen lassen Marion Matthießen-Voß und ihr starkes Familienteam die Probleme der Branche auf der Überholspur der Erfolgsstraße an sich vorbeiziehen. Nach dem Kauf eines alteingesessenen Familienbetriebs im westfälischen Hamm im vergangenen Jahr gab es vor wenigen Wochen weiteren Zuwachs: Marion Matthießen-Voß übernahm zusätzlich die Verantwortung als Geschäftsführerin der Lorenzen Spedition mit Niederlassungen in Meldorf und Marl in Nordrhein-Westfalen.

Trotz der Expansion bleibt die Spedition durch und durch ein Familienunternehmen. „Meine Schwester Maike ist als Geschäftsführerin an unserem Standort in Schwerin, den sie 1992 aufgebaut hat. Weil sie erst mit 18 einen Führerschein für den LKW machen durfte, hatte sie zuvor als erste Frau in Schleswig-Holstein in einer Männerdomäne eine Lehre zur LKW-Mechanikerin absolviert, um ihrem Traumberuf als LKW-Fahrerin möglichst nah zu kommen“, erzählt Frau Matthießen-Voß. Außerdem arbeitet Schwester Marita Matthießen-Schmied als „rechte Hand“ der Geschäftsleitung in der Spedition mit, aber auch die Ehemänner der taffen Unternehmenslenkerinnen engagieren sich in dem Familienunternehmen. „Als meine Schwester und ich das Unternehmen 2005 übernahmen, hat mein Vater uns noch vier Jahre begleitet. Seitdem hält er sich komplett raus. Das hat ihm niemand zugetraut, weil er eine sehr dominante Persönlichkeit ist.“

Allerdings müssen die Matthießens auch die Nachteile eines Familienunternehmens tragen. „Freizeit haben wir kaum“, erzählt Marion Matthießen-Voß. „Oft arbeiten mein Mann und ich auch am Wochenende, um in Ruhe neue Konzepte zu bearbeiten oder Angebote zu erstellen.

Dieses Jahr haben wir es aber zum ersten Mal nach 20 Jahren geschafft, drei Wochen am Stück Urlaub zu machen und sind nach Australien geflogen.“ Der Beziehung hat die tägliche Zusammenarbeit zum Glück nicht geschadet. „Manchmal haben wir uns am Abend nicht mehr so viel zu erzählen, aber wir sind nun schon 27 Jahre glücklich verheiratet, was nicht selbstverständlich ist.“


Familienunternehmerin Maike Matthießen-Arens

Familienunternehmerin Maike
Matthießen-Arens (Foto: privat)
 
Bei den strategischen Entscheidungen hat sich der Familienbetrieb nicht nur auf das Bauchgefühl und einen gesunden Menschenverstand verlassen. Regelmäßig holen sich die Damen der Unternehmensspitze verschiedene Berater ins Haus. Sie sind RQP-Kunden von der ersten Stunde an. „Dass wir unseren Erfolg schaffen konnten, haben wir auch RQP zu verdanken.“

Das hat schon beim Stabwechsel von Wolfgang Matthießen zu seinen Töchtern angefangen. RQP-Berater unterstützten mit vielen Tipps beim Generationswechsel und halfen unter anderem, das Unternehmensprofil einmal richtig darzustellen. „Unsere Hausbank hat uns plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Die wussten gar nicht, wie facettenreich unser Unternehmen schon vorher gewesen ist.“

Bis heute treffen sich die Führungsschwestern aus der Spedition alle zwei Monate mit einem RQP-Berater und besprechen mit ihm Investitionsvorhaben, Unternehmenszahlen oder verbesserte Unternehmensprozesse. „Der RQP-Berater zeigt uns Möglichkeiten auf, ermutig uns, unsere Strategien und Pläne kritisch zu überdenken und arbeitet mit uns Konzepte aus. Den einen oder anderen Kunden konnten wir durch seine Unterstützung dazugewinnen.“

Somit ist die Spedition Wolfgang Matthiessen mit ihren engagierten Mitarbeitern sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Und es gibt sogar eine gute Chance, dass in einigen Jahren die Firmenleitung in Familienhand bleibt. Sohn Björn (25) meinte zwar zunächst zu seinen Eltern, „dass was ihr macht, möchte ich nie machen“ und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Doch inzwischen hat er zusätzlich in Neumünster erfolgreich eine Lehre zum Speditionskaufmann abgeschlossen und sammelt nun Berufserfahrungen. „Irgendwann möchte er gern nach Hause und in unserem Unternehmen mitarbeiten“, freut sich seine Mutter.


Foto I: privat 
Foto II: privat

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