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Strategieentwicklung im Mittelstand: Bauchentscheidungen reichen nicht immer

Dezember 2014
von Christiane Tiemann

RQP Info: Ausgabe 03/November 2014

RQP-Berater Christian Polensky unterstützt Mapotrix Dehnfugen bei Ausrichtung auf die Zukunft

Schwarzenbek/Hamburg. Mapotrix Dehnfugen GmbH & Co. KG aus dem schleswig-holsteinischen Schwarzenbek entwickelt sogenannte Bewegungsfugen und baut sie ein. Bewegungs- oder Dehnfugen werden an Nahtstellen zwischen einzelnen Beton- oder Asphaltelementen integriert. Denn diese Baumaterialien dehnen sich bei Hitze aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Das Problem: Es können Risse entstehen oder Wasser kann in die Bauwerke eindringen. Das wird mit innovativen Systemen aus einem Edelstahl- oder Stahlprofil sowie einem Fugenband aus Elastomer verhindert.

Strategieentwicklung MittelstandSo wie die Baumaterialien auf Temperaturunterschiede reagieren, muss sich auch Mapotrix als europaweit tätiges Unternehmen auf Einflüsse von außerhalb einstellen: konjunkturelle Schwan-kungen, Wetterbedingungen, die Abhängigkeit von vorgelagerten Gewerken und die scheinbare Übermacht größerer Wettbewerber. Mit welchen „Dehnungsfugen“ und gezielten Strategien kleine und mittelständische Unternehmen gegen deutlich größere Konkurrenten bestehen und in einem schwierigen Marktumfeld wachsen können, weiß RQP-Unternehmensberater Christian Polensky. Der Geschäftsführer der Hamburger Everest Consulting Partners GmbH hat Mapotrix Dehnfugen dabei unterstützt, sich mit einer angepassten Strategie zukunftsfähig aufzustellen – mit Erfolg.

Strategieentwicklung MittelstandDas 1988 gegründete Unternehmen ist mit 35 Mitarbeitern auf dem Dehnfugen-Markt der kleinste von drei Wettbewerbern in Europa. Die Stärken sind eine nachgewiesene führende Qualität und das Wirken als Komplettanbieter. Denn Mapotrix entwickelt nicht nur die innovativen Fugen und stellt sie her, sondern montiert sie auch selbst auf den Baustellen. „Durch diese Ausrichtung sind wir sowohl als forschendes und produzierendes Unternehmen mit speziellen Herausforderungen konfrontiert, müssen aber zugleich die Risiken eines insbesondere von konjunkturellen Schwankungen abhängigen Bauunternehmens tra-gen“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Dieter Reuter. „Das hat uns nach vielen erfolgreichen Jahren gerade bei größeren Aufträgen hin und wieder an unsere Grenzen geführt“, so Reuter. Zudem seien wegen des Preisdrucks bei einigen Aufträgen nur niedrige Margen erzielt worden.

Strategieentwicklung MittelstandUm das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen und auf die in einigen Jahren anstehende Nachfolge-regelung vorzubereiten, hat RQP den Firmenchef mit dem Experten für Positionierung und Strategie, Christian Polensky, zusammengeführt. Der RQP-Berater hat das Unternehmen in mehreren Strategie-workshops erst einmal ganz genau unter die Lupe genommen. „Im Gegensatz zur strategischen Beratung großer Consulting-Konzerne, die ihren Kunden fertige Konzepte präsentieren, ist unser Ansatz mehr ein strategisches Coaching, bei dem wir Unternehmen durch einen systematischen Strategie-entwicklungsprozess führen“, erklärt Christian Polensky. „Hierbei geht es darum, sich der strategischen Chancen und Risiken durch gezielte Fragen bewusst zu werden“, sagt Polensky. „Denn Geschäftsmodelle kleiner und mittelständischer Unternehmen werden oft aus dem Bauch heraus gewählt. Das kann gut gehen, muss es aber nicht.“

Christian PolenskyDie fundamentalen Fragen für Mapotrix aus Schwarzenbek lauteten unter anderem: Wer sind die passenden Kunden? Welches sind die passenden Aufträge und Auftragsgrößen? Ist eine Aufspaltung in einen Produktions- und einen Montagebetrieb sinnvoll? Welche Produkte können neben Dehnfugen noch gefertigt werden, um unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen zu werden? Und besonders wich-tig: Wofür stehen wir eigentlich? Christian Polensky: „Für die Beantwortung dieser Fragen und die Ent-wicklung der Strategie berücksichtigen wir alle Bereiche des Unternehmens. Außerdem sehen wir so ein Projekt nicht als eine einmalige Aufgabe, sondern wir machen mehrere Termine in Abständen von etwa zwei Wochen. Die Führungskräfte oder Mitarbeiter erhalten für diese Treffen Aufgaben, etwa Kun-denbefragungen oder die Erstellung von Auswertungen.“ Ebenso wichtig sei es, eine Kommunikations-struktur zu etablieren, in der zum Beispiel einmal im Jahr strategische Fragen mit wichtigen Mitarbeitern diskutiert werden.

Das Beratungsergebnis: Mapotrix wird künftig noch mehr als bisher auf vorhandene Stärken als Quali-tätsführer, Komplettanbieter und Problemlöser vor allem bei sicherheitsrelevanten Bauvorhaben setzen. Zu große Aufträge mit nicht überschaubaren Risiken sowie Standardprojekte mit zu geringen Margen sollen künftig größeren Wettbewerbern überlassen werden, wenn es gelingt Aufträge zu akquirieren, für die explizit eine Mapotrix-Qualität verlangt wird. Abgerundet wird die Schärfung der Strategie durch ein Leitbild, das für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Ausrichtung des Unternehmens verständlich und griffig dokumentiert.

Firmenchef Reuter ist mit der Schärfung der Unternehmensstrategie guter Hoffnung, sein Lebenswerk zu festigen. „Ich bin nun sehr optimistisch, in einigen Jahren ein hervorragend aufgestelltes Unternehmen an meinen Nachfolger übergeben zu können.“

RQP-Beraterprofil: Christian Polensky
(Everest Consulting Partners)
Christian Polensky, Jahrgang 1973, ist Gründer der Everest Consulting Partners. Nach seinem Studium der Finanzmarktkommunikation und Betriebswirtschaftslehre war er mehrere Jahre Analyst bei einer Be-teiligungsgesellschaft. Anschließend wechselte er in die Unternehmensberatung mit den Schwerpunkten Restrukturierung und Ertragssteigerung. Als Projektleiter betreute er bislang mehrere umfangreiche Sa-nierungen und komplexe Change-Prozesse.

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