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Wissen, wie das Herz der Branche schlägt

Juni 2016
RQP-Berater Mischok setzt mit Einfühlungsvermögen Sozialprojekt neu auf die Spur

Horst (Holstein), Prasdorf. Die Sozialwirtschaft tickt etwas anders  als andere Branchen. Natürlich ist auch in Industrie, Handwerk, Dienstleistung oder Handel der Kunde meistens König. In Sozialeinrichtungen wie Altenheimen oder Jugendhilfeeinrichtungen steht der Mensch aber ganz besonders im Mittelpunkt. Da kann es passieren, dass betriebswirtschaftliche Erfordernisse schnell mal in die zweite Reihe rücken. Umso wichtiger, dass bei einer Beratung Experten passgenau für die Unternehmen ausgesucht werden. Sie müssen wissen, wie das Herz der Branche schlägt und viel Einfühlungsvermögen für Kunden mitbringen, um erfolgreich zu sein. Ein gutes Beispiel ist ein Beratungsprojekt, mit dem RQP-Berater Sven Mischok den Verein Soziale Projekte aus Horst (Holstein) nicht nur aus einer wirtschaftlichen Schieflage befreit, sondern in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen auch auf stabile Beine gestellt hat, so dass die Einrichtung für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche voller Zuversicht in die Zukunft blicken kann.


Der Soziale Projekte e. V. ist ein in Deutschland wohl einmaliger Jugendhilfeträger. Seit 1995 geht der schleswig-holsteinische Verein nicht nur jedes Jahr mit seinem Zirkus UBUNTU, inklusive Sattel-zügen, Zirkuswagen und eigener Schneiderei, auf Tournee. Darüber hinaus werden Häuser und Zirkus-Wagenburgen mit 18 Plätzen betrieben, in der Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre aus schwierigen Verhältnissen die Chance erhalten, sich in einem geschützten Umfeld und familienähnlichen Strukturen individuell auf ein normales Leben vorzubereiten.

Das außergewöhnliche Engagement kostet Geld und hat den ehrenamtlich geführten Verein schließlich an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gebracht. Ein geeigneter Berater muss her, um für die guten Ideen eine neue Basis zu entwickeln, empfahl der Finanzie-rungspartner, die Sparkasse Westholstein aus Itzehoe. In Zusammenarbeit mit RQP wurde der gemeinnützige Verein mit Berater Sven Mischok zusammengebracht.

„Zu so einer Einrichtung mit anthroposophischer Ausrichtung können Sie keine Unternehmens-berater in dunklen Anzügen und Krawatten schicken“, weiß Experte Mischok. „Ohne die Werte der Menschen ernstzunehmen oder nur mit einer wirtschaftlichen Ausrichtung kann man hier nicht eng zusammenarbeiten.“ Erst wenn die Chemie stimme und man bereit sei, den Partner genau zu verstehen, könne Vertrauen hergestellt sowie besprochene Maßnahmen umgesetzt und begleitet werden. RQP sei dafür genau die richtige Hilfestellung, so Mischok. „Über die Jah-re hat das Team um Tanja Werner viel Fingerspitzengefühl entwickelt, um Unternehmen und Organisationen genau die richtigen Berater zuzuordnen.“

Das war auch für Jens Lührs wichtig, der zusammen mit Robert Scharmacher und Volker Pie-ning den Verein Soziale Projekte führt. Das Vorstandsmitglied des Vereins Soziale Projekte hatte noch zu Beginn des Beratungsprojekts erhebliche Bedenken, einen Externen einzuschalten: „Ist das denn wirklich notwendig?“, fragte der Ehrenamtler als Christian Näher von der Sparkasse Westholstein seiner Einrichtung die externe Unterstützung empfahl. „Im ersten Moment ist man für solche Dinge überhaupt nicht offen, zumal es viele Berater mit einem schlechten Ruf gibt“, so Lührs. „Bei Herrn Mischok haben wir aber schnell gemerkt, dass er ähnlich wie wir denkt, obwohl er uns ein paar Mal richtig den Kopf gewaschen hat. Aber gerade weil er so effizient und direkt war, hat er uns sehr geholfen.“ Für Christian Näher gehört es zu einem Vertrauensverhältnis dazu, dass auch mal Klartext gesprochen wird. „Trotzdem hat Mischok die Verantwortlichen mit viel Einfühlungsvermögen mitgenommen und wach gerüttelt, aber auch Zeit gegeben, selbst über Lösungen nachzudenken. Das war eine perfekte Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“

Sven Mischok konnte sich sehr gut in seine Klienten hineinversetzen. Denn der gelernte Bank-kaufmann ist zusätzlich studierter Diplom-Sozialpädagoge. Außerdem hat er während seiner beruflichen Laufbahn selbst verschiedene Sozialeinrichtungen geleitet. „Ich bringe das Beste aus mehreren Welten mit!“, erläutert der RQP-Experte seine Stärken. So machte er sich auch in Horst ans Werk, um Gründe von Defiziten zu analysieren und anschließend Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. „Es war schnell klar, dass der Verein mit seiner ideellen Orientie-rung und den vielen guten Ideen ein großes Pfund hat. Leider fehlte es an Know-how, um be-triebswirtschaftliche Prozesse zu initiieren und durchzuziehen.“ Die Lösung: Seit 1. Januar steht mit dem Kinder- und Jugendhilfe Verbund Kiel (KJHV) ein Partner auf Augenhöhe an der Seite des Vereins Soziale Projekte. Die Kooperation hat eine gemeinnützige GmbH gegründet. Wäh-rend der Verein weiter den Zirkus betreibt, sind die Jugendhilfeplätze der Wagenburg in die gGmbH überführt worden.

„Ich freue mich riesig darüber, dass schon im ersten Jahr ein nennenswerter Überschuss erwirt-schaftet worden ist“, sagt Sven Mischok, der das Beratungsprojekt in diesen Tagen gemeinsam mit allen Beteiligten bei einem Gläschen Bier beendet hat. „Das ist ein richtig toller Erfolg!“


Ohne Vertrauen führen Beratungsprojekte nicht zum Erfolg

Das Beratungsprojekt für die Jugendhilfeeinrichtung UBUNTU ist von Christian Näher initiiert worden. Näher ist bei der Sparkasse Westholstein für Recht und Spezialkredite verantwortlich. RQP-Info-Redakteur Jörg Manthei sprach mit dem Sparkassenmitar-beiter.

RQP-Info: Herr Näher, sehen Sie das Beratungsergebnis als ein Erfolg?

Näher: Ja, absolut. Wir haben unsere Ziele auf allen Ebenen erreicht. Ich freue mich darüber.

RQP-Info: Beim Verein hat man eingeräumt, dass man anfangs nicht begeistert war, einen Be-rater ins Haus zu holen. Warum scheuen sich viele, externe Hilfe anzunehmen?

Näher: Der Kunde nimmt sein Unternehmen oft anders wahr als es sich in Zahlen widerspiegelt. Eine zeitnahe Trendwende wird primär durch nicht ausgeschöpfte Potentiale in Aussicht gestellt, leider ohne ein nachvollziehbares Konzept. Von einer Krisensituation wird ungern gesprochen. Hinzu kommt, dass es vielen Menschen schwerfällt, Hilfe anzunehmen, weil das ein Zugeständnis für eigenes Scheitern darstellen könnte. UBUNTU hat gezeigt, dass es kein Ver-sagen ist, wenn man sich rechtzeitig auf Beratung einlässt.

RQP-Info: Worauf kommt es gerade bei skeptischen Kunden bei der Beraterauswahl an?

Näher: Die Partner müssen schnell zueinander finden. Dafür ist es wichtig, dass der Berater nicht nur die gesetzlichen Anforderungen an Unternehmen in der Krise kennt, sondern sich auch in der Branche auskennt. Es reicht nicht aus, nur Zahlen zusammenzustellen, wenn man die spezifischen Probleme nicht erkennt. Der Kunde fühlt sich mit Recht dann bevormundet. Genauso wichtig ist aber auch das Zwischenmenschliche. Nur wenn die Chemie stimmt, lassen sich alte Strukturen und Besitzansprüche aufbrechen und neue Ideen etablieren. Schließlich soll dem Kunden nicht irgendetwas vorgesetzt werden, sondern er soll die Vorteile der Hilfestellung für sich erkennen.

RQP-Info: Dabei spielt Vertrauen sicherlich eine ganz große Rolle…

Näher: … das ist ganz wichtig für mich. Bei einem Beratungsprojekt entsteht eine Dreiecksbe-ziehung zwischen Kunden, Berater und dem Kreditinstitut. Es geht also nicht nur ums Vertrauen des Kunden zum Berater oder Bank, sondern auch wir als Kreditgeber müssen darauf vertrauen, dass der Kunde wirklich das umsetzt, was der Berater mit ihm konzeptionell erarbeitet hat. Der Erfolg zeigt sich durch ein Miteinander. Daher lassen sich solche Beratungsprojekt auch niemals von oben aufdrücken.  

RQP-Info: Welche Rolle spielt RQP dabei?

Näher: RQP hat eine wichtige Qualitätsfunktion. Einerseits hat der Dienstleister das richtige Gespür für den richtigen Berater. Andererseits haben wir Ansprechpartner, wenn es mit einem Berater mal nicht so gut funktioniert. Das ist für mich angenehm, zumal ich selbst sehr ungern einen Berater empfehlen möchte. Wenn das Projekt nämlich schief läuft, dann stehen die Kun-den bei mir verärgert auf der Matte. RQP kann hier besser für Lösungen sorgen.

RQP-Info: Herr Näher, vielen Dank für das Gespräch.



RQP-Beraterprofil:
Mischok – Beratung für die Sozialwirtschaft ist im Jahre 2010 von Sven Mischok gegründet wor-den. Ziel des zertifizierten RQP-Beraters ist es, Organisationen und Unternehmen der Sozial-wirtschaft im Bereich des Managements nachhaltig zu unterstützen, werthaltige Lösungen zu erarbeiten und an deren Umsetzung aktiv mitzuwirken. Aus Prasdorf bei Kiel übernimmt der gelernte Bankkaufmann, Diplom-Sozialpädagoge und erfahrene Leiter von sozialen Einrichtun-gen Beratungsmandate für die Sozialwirtschaft in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem nördlichen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Typische Auftraggeber sind Träger von Angeboten der Alten-, Kinder- und Jugend sowie der Eingliederungshilfe. Die Tätigkeitsschwerpunkte sind Managementfragen in der Sozialwirtschaft (Schwerpunkt Altenhilfe), Betriebswirtschaftliche Beratung, Leistungs- und Entgeltverhandlungen, Markt- und Umfeldanalysen, Personal- und Organisationsberatung, Projektarbeit sowie Interim- und Recoverymanagement.



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